Die Aufklärungs- und Hinweispflichten einer Kfz-Werkstatt gegenüber dem Kunden betreffen in erster Linie sein eigenes Werk oder fehlerhafte Vorarbeiten und Schäden, die dazu führen, dass das eigene Werk nicht zur sachgerechten Beseitigung der aufgetretenen Schäden führen kann. Darüber hinaus ist der Werkstattkunde auf Unzulänglichkeiten von Teilen des Fahrzeugs hinzuweisen, die die Werkstatt im Rahmen des Reparaturauftrages ganz oder teilweise aus- und wieder einzubauen hat, und deren Mängel nach Fertigstellung der Werkleistungen einerseits nicht mehr ohne weiteres entdeckt und behoben werden können und andererseits erkennbar zu einem künftigen Schaden des Fahrzeugs führen werden, so das Oberlandesgericht (OLG, Az.: I-21 U 43/18) Düsseldorf.
Fazit:
1. Werden im Rahmen der beauftragten Reparaturarbeiten Fahrzeugteile ganz oder teilweise aus- und wieder eingebaut, besteht keine generelle Pflicht, die ausgebauten Teile auf Mängel zu untersuchen. Sofern allerdings etwaige Mängel an den ausgebauten Teilen nach Ausführung der Reparaturarbeiten nicht mehr ohne weiteres entdeckt und behoben werden können und außerdem erkennbar zu einem künftigen Schaden des Fahrzeugs führen würden, ist die Werkstatt verpflichtet, die ausgebauten Teile zumindest einer Augenscheinüberprüfung zu unterziehen. Hieraus können dann im Einzelfall weitere Untersuchungspflichten resultieren.
2. Ist die Werkstatt wegen einer Verletzung der ihr obliegenden Aufklärungs- und Hinweispflichten zum Schadenersatz verpflichtet, sind von dem ermittelten Schaden des Werkstattkunden die Kosten abzuziehen, die ihm (ohnehin) entstanden wären, wenn er sich entsprechend der Aufklärung verhalten und die erforderlichen Maßnahmen veranlasst hätte.
(934-18/Julia Cabanis)