Wenn einer Kfz-Werkstatt beim Reifenwechsel ein Fehler unterläuft, haftet sie nicht allein für darauf beruhende Schäden, wenn sie den Kunden ordnungsgemäß darauf hingewiesen hatte, dass die Radmuttern nach einer Fahrstrecke von 50 km nachgezogen werden müssen, und der Kunde diesen Hinweis missachtet hat, so das Landgericht (LG, Az.: 10 O 3894/17) München II. Dieses Urteil macht wieder einmal deutlich, wie wichtig es nicht nur aus Gründen der Verkehrssicherheit und Schadensprophylaxe, sondern auch aus Haftungsgründen ist, den Kunden nach jedem Reifenwechsel deutlich auf das Nachziehen der Radmuttern hinzuweisen.
Fazit:
Der Hinweis darauf, dass die Radschrauben nach 50 km nachzuziehen sind, muss eindeutig und für den Kunden erkennbar sein. Er ist z.B. dann ausreichend kenntlich gemacht, wenn er sich deutlich sichtbar und eingerückt unterhalb der durchgeführten Arbeiten auf der Rechnung befindet.
Auch wenn sich die Werkstatt einer Haftung trotz ordnungsgemäß erteilten Hinweises nicht vollständig entziehen kann, wenn ihr beim Reifenwechsel ein Fehler unterlaufen ist, muss sich der Kunde im Falle der Nichtbeachtung des Hinweises ein Mitverschulden anrechnen lassen. Die Höhe des Mitverschuldens ist abhängig von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls.
(934-18/Julia Cabanis)