Eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit kam zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der Geflüchteten im Handwerk seit 2015 knapp verfünffacht hat, in der Gesamtwirtschaft hat sie sich hingegen nur verdreifacht. Der Anteil der Geflüchteten an allen abhängig Beschäftigten in Handwerksberufen lag bei 1,5 Prozent. Dagegen lag der Anteil über alle Berufe hinweg nur bei einem Prozent. Demnach sind Geflüchtete überdurchschnittlich oft im Handwerk vertreten und beginnen dort auch eine Ausbildung.
Ende Dezember 2019 übten in Baden-Württemberg mehr als 7.500 Personen, davon rund 3.200 Auszubildende mit einer Staatsangehörigkeit eines der acht nicht-europäischen Asylherkunftsstaaten (Afghanistan, Eritrea, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan, Somalia, Syrien, ohne Gambia) einen Handwerksberuf in abhängiger Beschäftigung aus – viele dieser Personen sind Geflüchtete. Alle Berufe mit eingerechnet, hatten knapp 7.850 Auszubildende einen Pass eines Asylherkunftsstaats. Das bedeutet, 40 Prozent der Azubis aus den Asylherkunftsstaaten waren in Handwerksberufen tätig.
(871-00/Roland Blind)