Die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde sind für Arbeitgeber 2020 laut dem Statistischen Bundesamt und nach einem Bericht des Fachmagazins kfz-betrieb im Vergleich zum Vorjahr um gut fünf Prozent gestiegen. Gründe dafür dürften vor allem der hohe Anteil an Urlaubstagen und Fehlzeiten durch die Corona-Pandemie sein. Der vom Statistischen Bundesamt (Destatis) ermittelte Arbeitskostenindex stieg im laufenden Jahr bislang um 4,3 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2019. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen sie zwischen April und Juni sogar um 5,1 Prozent darüber. Wie die Behörde meldet, ist dies der höchste Anstieg seit Bestehen des Index. Die Auswirkungen dieses Trends dürften Kfz-Betriebe vor allem im Rahmen ihrer Stundenverrechnungssätze zu spüren kommen, da diese ihre realen Kosten entsprechend geringer abdecken. Bei dem Arbeitskostenindex handelt es sich um einen Wert, der die Kosten der Arbeitgeber den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der Mitarbeiter gegenüberstellt. Beispielsweise könnten die Arbeitsstunden durch Urlaub, Krankheit oder Überstundenabbau deutlich niedriger ausfallen als die bezahlten Stunden, so Destatis. Ist dies der Fall, steigen laut der Behörde die Arbeitskosten je geleisteter Stunde, ohne dass sich die Summe der Arbeitskosten erhöht. Und genau solch eine Entwicklung ist laut Destatis seit dem 1. Quartal 2020 zu beobachten. Die Behörde führt dies vor allem auf die mit dem Beginn der Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zurück, da beispielsweise Betreuungseinrichtungen geschlossen waren und viele Betriebe im Handel geschlossen oder Werkstätten in Kurzarbeit waren. Doch selbst im zweiten Quartal sei die Zahl der Urlaubstage hoch geblieben. Bei den Arbeitskosten verzeichnet Destatis zudem einen steigenden Trend bei den Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten. Für die Bruttoverdienste weist die Behörde einen Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 aus sowie ein Plus von 5,7 Prozent für die Lohnnebenkosten. Damit verteuerte sich im ersten Quartal 2020 laut Destatis eine Stunde Arbeit um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.
(793-01/Carsten Beuß)