Die Tarifgemeinschaft für Betriebe des Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes Baden-Württemberg (TGBW) hat mit der IG Metall angesichts der Corona-Krise im Juni über tarifvertragliche Erleichterungen für die Betriebe verhandelt, um die wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen und Beschäftigte abzufedern und Beschäftigung möglichst zu sichern. Leider war die IG Metall Baden-Württemberg nicht bereit, die anstehende Tariferhöhung um 2,6 Prozent ab 1. August 2020 auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Eine Verbesserung der Liquidität konnte jetzt lediglich über die Möglichkeit einer Reduzierung der Sonderzahlung erreicht werden.
Durch eine neue Vereinbarung zwischen der TGBW und der IG Metall, die die bestehenden Tarifverträge ergänzt, kann künftig auch im aktuellen Kalenderjahr die tarifliche Sonderzahlung – das 13. Monatsentgelt oder „Weihnachtsgeld“ – durch freiwillige Betriebsvereinbarung erfolgsabhängig gestaltet und um bis zu 70 Prozent abgesenkt werden. Aber auch für die Beschäftigten ist die Regelung nicht nachteilig, denn in guten Geschäftsjahren in Folgejahren kann die Sonderzahlung um bis zu 85 Prozent steigen. Festgeschrieben ist dies in einer Zusatzvereinbarung zu § 14.1.2 des seit April 2008 geltenden Manteltarifvertrags. Die für eine Kürzung heranzuziehenden betriebswirtschaftlichen Bewertungsgrößen müssen normalerweise am Anfang eines Betriebsjahres festgelegt werden, können aber nach Zustimmung der Tarifvertragsparteien jetzt auch während des laufenden Krisenjahres angepasst werden. Dies soll Betriebe in den aktuell schweren Zeiten entlasten.
(LV 151-11/TG 211/Julia Cabanis)