Kfz-Werkstätten müssen sich zukünftig entweder selbst nach ISO 17020 akkreditieren lassen oder sich einem nach ISO 17020 akkreditierten System anschließen. Spätestens ab dem 1. Juli 2021 dürfen auch anerkannte SP-Werkstätten nur noch innerhalb eines nach ISO 17020 akkreditierten Systems Sicherheitsprüfungen (SP) durchführen. Aus diesem Grund müssen SP-Werkstätten künftig zusätzlich zu den Vorgaben der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) auch die Anforderungen der ISO 17020 beachten und umsetzen. Hierzu zählt neben den personellen Anforderungen, dass die im Rahmen der SP-Durchführung von der anerkannten SP-Werkstatt eingesetzten Prüf‐ und Messeinrichtungen (z. B. Bremsprüfstand, Manometer usw.) den gesetzlichen Anforderungen entsprechen müssen. Neben dem Nachweis einer durchgeführten Stückprüfung/Eichung ist außerdem eine Kalibrierung der Prüf‐ und Messeinrichtungen durch ein akkreditiertes Kalibrierlabor erforderlich. Für die Teilnahme an dem Qualitätsmanagementsystem (QMS) des Bundesinnungsverbandes des Kraftfahrzeughandwerks (BIV) müssen diese Nachweise für jede Prüf- und Messeinrichtung in der Zentralen Datenbank (http://www.pspdb.de oder http://www.zentraledb.de) abgelegt sein.
Nur wenn diese gesetzlichen Anforderungen vollumfänglich erfüllt werden, kann die bisher anerkannte SP-Werkstatt dem QMS des BIV beitreten, um weiterhin Sicherheitsprüfungen unter einem „akkreditierten System“ durchführen und anhand des SP-Prüfprotokolls bescheinigen zu können.
Die für die Sicherheitsprüfung relevanten Prüf‐ und Messeinrichtungen mit den erforderlichen Sicht-/Funktionsprüfungen, Stückprüfungen, Eichungen und Kalibrierungen sowie den vorgegebenen Prüfzyklen sind in der nachfolgenden Tabelle zusammenfassend dargestellt.

Anerkannte SP-Werkstätten sollten jetzt Kontakt zu einem akkreditierten Kalibrierlabor aufnehmen, um eine Kalibrierung der im eigenen Betrieb eingesetzten Prüf‐ und Messeinrichtungen termingerecht zu beauftragen. Ansonsten besteht gegebenenfalls die Gefahr von Kalibrierengpässen bei den akkreditierten Kalibrierlaboren für einzelne Mess-/Prüfgeräte.
Bisher noch nicht aufgelistete Kalibrierlabore können von den SP-Werkstätten dem BIV per E-Mail an auek@kfzgewerbe.de zur Aufnahme in eine Liste gemeldet werden. Bei dieser Meldung muss die Bezeichnung der zu kalibrierenden Prüf- und Messeinrichtung (z. B. Bremsprüfstand) und die Akkreditierungsnummer des Kalibrierlabors benannt werden. Diese Daten sind auf der ersten Seite des Kalibrierscheins zu finden. Sofern verfügbar, kann eine Kopie dieser Seite mit der Meldung gesendet werden. Nach Prüfung der relevanten Dokumente zur Akkreditierung des jeweiligen Kalibrierlabors durch den BIV (z. B. Geltungsbereich der Akkreditierung deckt den relevanten Messbereich der Prüf‐ und Messeinrichtung ab), werden diese Kalibrierlabore in eine Liste aufgenommen.
(053-33/Bernd Schalud)