Die angekündigte „Nationale Wasserstoffstrategie“ der Bundesregierung nimmt weiter Gestalt an mit einem aktuellen Entwurf, der zwischen den Ressorts abgestimmt ist. Weiterhin versuchen sich die Ministerien untereinander abzustimmen bezüglich den Einsatzmöglichkeiten und Förderungen für Wasserstoff. Nun steht eine Einigung bevor.
Insbesondere wehrte sich das Bundesumweltministerium vehement gegen den Einsatz von Wasserstoff im PKW-Sektor. Nun soll die Anwendung in „[…] bestimmten Bereichen bei PKWs […]“ eine Alternative darstellen laut dem aktuellen Beschluss. Einigkeit besteht jedoch darin, „blauen“ (erzeugt aus Erdgas mit Speicherung des entstehenden CO2) und „türkisem“ Wasserstoff (erzeugt aus Erdgas mit Kohlenstoff als wiederverwendbarem Abfallprodukt) nur zu dulden und nicht zu fördern. Andere Länder wie Norwegen setzen auf den „blauen“ Wasserstoff.
Ebenfalls arbeitet die Europäische Kommission an einer Wasserstoffstrategie, welche bis zum Sommer 2020 fertiggestellt werden soll. Mit konkreten Gesetzgebungsvorschlägen ist laut Kommission erst im Juni 2021 zu rechnen.
Auch die Europäische Kommission sieht den Anwendungsbereich von Wasserstoff eher in der Luft- und Schifffahrt, im Schienenverkehr sowie beim LKW. Besonders „grüner“ Wasserstoff soll europäisch gefördert werden, um preislich attraktiv zu sein, „blauer“ Wasserstoff auch eine Rolle im Prozess spielen, nur „grauer“ Wasserstoff ist ausgeschlossen. Dieser wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen und das CO2 nicht genutzt. Die Europäische Kommission schlägt Maßnahmen für einen koordinierten Hochlauf in Einklang mit den Maßnahmen der Mitgliedsstaaten vor, muss aber auch eingestehen, dass gegenüber China, Japan und den USA die EU die geringsten Fördermittel für Wasserstoff bisher bereitstellt.
(265-00/Carsten Beuß)