In dem vom Oberlandesgericht (OLG, Az.: I-3 U 6/19) Düsseldorf in seinem Urteil entschiedenen Rechtsstreit hatte der Händler ein als Kurzzulassung erworbenes Fahrzeug mit 2,5 Monaten Verspätung ausgeliefert. Der Käufer verlangte daraufhin einen Ausgleich der eingetretenen Wertminderung auf Basis des Listenpreises (46.839,99 Euro), nicht auf Basis des Kaufpreises (34.170,- Euro) sowie eine Entschädigung für die entgangene Nutzungsmöglichkeit. Zwar sprach das OLG Düsseldorf dem Käufer einen Schadenersatzanspruch wegen der mit der Verzögerung eingetretenen Wertminderung des Fahrzeugs zu, allerdings nur auf Basis des vereinbarten Kaufpreises. Eine Entschädigung für die entgangene Nutzungsmöglichkeit billigte es dem Käufer vorliegend jedoch nicht zu. Da das Fahrzeug als Kurzzulassung verkauft wurde, die Auslieferung aber erst nach Ablauf des für eine Kurzzulassung noch tolerablen Zeitraums von maximal 30 Tagen erfolgte, ging das OLG Düsseldorf wegen der damit einhergehenden Wertminderung des Fahrzeugs von einem Sachmangel aus.
Fazit:
 Die auf einer verspäteten Auslieferung einer Kurzzulassung resultierende Wertminderung des Fahrzeugs ist auf Basis des vereinbarten Kaufpreises zu ermitteln.
 Ein Anspruch auf Zahlung einer Entschädigung für die entgangene Nutzung des verspätet gelieferten Fahrzeugs ist ausgeschlossen, wenn dem Käufer der Einsatz seines Altfahrzeugs oder eines Zweitwagens möglich und zumutbar ist.
(932-16/Julia Cabanis)