Die baden-württembergischen Arbeitgeberverbände bewerten die letzten Änderungen, mit denen das „Gesetz zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Strukturwandel und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsförderung“ (vormals „Arbeit-von-morgen-Gesetz“) nun in Kraft getreten ist, größtenteils positiv. Viele Änderungen bedeuten nun doch substanzielle Verbesserungen für Unternehmen, die ihre Beschäftigten mit Blick auf anstehende Transformationsprozesse weiterbilden wollen. Gerade für kleine und mittlere Betriebe bieten sich damit durchaus attraktive Chancen, z.B. die Corona-bedingte Kurzarbeit dafür zu nutzen, ihre Mitarbeiter für die Zukunft zu qualifizieren.
Das jetzt vom Bundesrat gebilligte Gesetz, das das 2019 in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz ergänzt, sieht z.B. für Kleinstbetriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern nun die Übernahme von Weiterbildungskosten und des Arbeitsentgelts während der Weiterbildung von bis zu 100 bzw. bis zu 75 Prozent vor. Für kleinere und mittlere Unternehmen betragen die Fördersätze jeweils bis zu 50 Prozent. „Positiv ist, dass die Förderung für Unternehmen, die im Hinblick auf eine anstehende Transformation durch Digitalisierung oder Elektromobilität größere Teile der Belegschaft weiterbilden wollen, erhöht worden ist“, sagte Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg. Liegt zudem eine Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag mit Qualifizierungselementen vor, erhöhen sich die Fördersätze nochmals. Gefördert werden Qualifizierungsmaßnahmen, die Unternehmen gemeinsam mit einer außerbetrieblichen Weiterbildungseinrichtung durchführen
Auch die bürokratischen Zugangshürden für die Förderung wurden teilweise gesenkt. So müssen geförderte Qualifizierungsmaßnahmen nur noch mindestens 120 Stunden (statt 160) umfassen. Zudem wurden die genehmigungsfähigen Kostensätze erhöht und flexibler gestaltet, so dass auch hochkarätigere Weiterbildungen und hochschulische Inhalte vermittelt werden können. „Damit wird es nun möglich, gut qualifizierte Fachkräfte und Akademiker weiterzubilden, auf die das Qualifizierungschancengesetz ja eigentlich seit Anbeginn an auch abgezielt hat“, sagte Dick.
Auf der Grundlage der Regelungen des Qualifizierungschancengesetzes wird die Weiterbildungsförderung von Beschäftigten somit weiter verbessert:
 So wird das Antrags- und Bewilligungsverfahren für Arbeitgeber und Beschäftigte einfacher.
 Es wird höhere Zuschüsse geben, wenn ein größerer Anteil der Beschäftigten eines Betriebs Weiterbildungsmaßnahmen braucht.
 Wenn ein Berufsabschluss nachgeholt werden soll, wird es einen Rechtsanspruch auf Förderung geben.
 Die Regelung zur Zahlung von Weiterbildungsprämien für erfolgreiche Zwischen- und Abschlussprüfungen wird für Eintritte in berufsabschlussbezogene Weiterbildungen bis zum Ende des Jahres 2023 verlängert.
Eine gute Berufsausbildung ist nach wie vor die wichtigste Eintrittskarte in die Arbeitswelt. Deswegen wird die Assistierte Ausbildung verstetigt und weiterentwickelt. Wer sich außerdem frühzeitig arbeitsuchend oder arbeitslos meldet, kann dies künftig auf elektronischem Weg tun.
(LV 205-30/Roland Blind)