Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) informiert über Hinweise der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu den am häufigsten auftretenden Fehlern der Unternehmen bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld (KUG) – beispielsweise die unzureichende Darstellung der Arbeitszeitausfälle. Der GKV-Spitzenverband weist zudem darauf hin, dass aufgrund der Falschbeurteilung des Anspruchszeitraums für das KUG die Anträge auf Krankengeld häufig bei den Krankenkassen gestellt, obwohl in zahlreichen dieser Fälle eigentlich schon die Arbeitsagenturen zuständig sind.
1. Hinweise der BA zu den häufigsten Fehlern
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Hinweise dazu veröffentlicht, welche Fehler bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld (KUG) am häufigsten auftreten. Insoweit wird über folgende, häufig anzutreffende Mängel in den KUG-Anträgen berichtet:
 fehlende Unterschriften
 unzureichende Darstellung der Arbeitszeitausfälle
 unzureichende Identifizierbarkeit der Arbeitnehmer
 fehlende Angaben zur Gesamtzahl beschäftigter Mitarbeiter und/oder Kurzarbeiter
 unterbliebene Anzeige von Adressänderungen an die Betriebsnummernstelle (wodurch die Adresse nicht mehr mit der in der Anzeige genannten Adresse übereinstimmt)
 fehlende oder falsche Betriebsnummern
2. Hinweise des GKV-Spitzenverbandes zu Fehlern bei KUG und Krankengeld
Eine weitere Fehlerquelle ergibt sich daraus, dass durchaus nicht wenige Arbeitnehmer kurz vor oder nach der Beantragung des KUG eine Krankmeldung einreichen. In diesem Zusammenhang hat der GKV-Spitzenverband darauf hingewiesen, dass es vermehrt zu Fehlern bei der Beantragung und Abrechnung von Krankengeld in Höhe von Kurzarbeitergeld kommt. Insoweit ist hier besonders die Abgrenzung von Ansprüchen auf Krankengeld und Kurzarbeitergeld betroffen. Denn aktuell werden viele Anträge auf Krankengeld bei den Krankenkassen gestellt, obwohl in zahlreichen dieser Fälle eigentlich die Arbeitsagenturen zuständig wären. Anhand folgender Beispielsvarianten wird dies deutlicher:
Beispiel: Kurzarbeit wurde beantragt ab dem 15.März 2020, d. h. Anspruchszeitraum für das KUG ist März 2020
 Variante 1: Die Person mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung erkrankt bereits im Februar.
Lösung: Es besteht ein Anspruch auf Krankengeld i.H. des KUG gegen die zuständige Krankenkasse (§ 47b Abs. 4 SGB V).
 Variante 2: Die Person mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung erkrankt am 16. März.
Lösung: Es besteht ein Anspruch auf KUG-Leistungsfortzahlung gegen die BA.
 Variante 3: Die Person mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung erkrankt am 06. März.
Lösung: Auch in diesem Fall besteht ein Anspruch auf KUG-Leistungsfortzahlung gegen die BA.
Die vorstehenden Fallbeispiele veranschaulichen, dass der betriebliche Anspruchszeitraum für die Abgrenzung zwischen Krankengeld und KUG maßgeblich ist. Dieser Anspruchszeitraum ist aber nach § 96 Abs. 1 Nr. 4 SGB III i. V. m. § 325 Abs. 3 SGB III derjenige Kalendermonat, für den der Betrieb das KUG beantragt. Dies gilt unabhängig davon, wann genau (Zeitpunkt) in diesem Monat der Arbeitsausfall eingetreten ist.
Der GKV-Spitzenverband weist zudem darauf hin, dass eine gesonderte einheitliche Liste für die Abrechnung der Arbeitgeber mit den Krankenkassen derzeit nicht abgestimmt ist. Es wird den Arbeitgebern stattdessen regelmäßig empfohlen, eine an die KUG-Abrechnungsliste der BA angelehnte Abrechnungsliste für das Krankengeld zu nutzen. Den Krankenkassen sind dabei folgende ergänzende, über die BA-Abrechnungsliste hinausgehende Informationen zu übermitteln:
 Betriebsnummer
 Rentenversicherungsnummer des Arbeitnehmers
 Beginn des Kurzarbeitergeldbezuges
(221-41/Julia Cabanis)