Der Berufsbildungsbericht bildet einmal im Jahr die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt ab und dient der Öffentlichkeit als Diskussionsgrundlage zur beruflichen Bildung. Der Berufsbildungsbericht 2020 zeigt aktuell die Ausbildungsbilanz für das Jahr 2019 und ist somit die Ausgangslage der beruflichen Bildung vor der Pandemie. Er zeigt, dass der demographische Wandel auf dem Ausbildungsmarkt angekommen ist.
Aufgrund der geringeren Zahl an Absolventen von allgemeinbildendenden Schulen ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bundesweit um 6.300 zurückgegangen. Auch die Nachfrage nach Ausbildung sank im vergangenen Ausbildungsjahr um 6.400 Personen. Ebenso rückläufig waren die angebotenen Ausbildungsstellen. Deren Zahl sank um 10.900 Stellen. Insgesamt standen 100 Jugendlichen 105,2 Ausbildungsstellen zur Verfügung.
Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): „Der Ausbildungsmarkt wird in diesem Jahr von den Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht verschont bleiben. Dort, wo die ökonomischen Verwerfungen tiefgreifender sind, ist die Gefahr einer nachlassenden Ausbildungsbereitschaft besonders hoch. Deshalb ist es wichtig, dass die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder Fuß fasst und der Fachkräftebedarf wieder spürbarer wird. Aktuell brauchen wir aufgrund des Kontaktverbots dringend praxistaugliche Alternativen zu Ausbildungsmessen und Betriebserkundungen, um Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsinteressierte zusammenzuführen. Hierzu bieten sich vor allem digitale Formate an.“
Der Berufsbildungsbericht 2020 wird ergänzt durch den Datenreport zum Berufsbildungsbericht, der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) herausgegeben wird. Der Berufsbildungsbericht 2020 steht im Internet unter www.bmbf.de als Download bereit. Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2020 ist abrufbar unter http://www.bibb.de.
(LV 200-35/Roland Blind)