Der Autohandel in Deutschland sitzt allein auf nicht zugelassenen Neufahrzeugbeständen im Wert von rund 14,8 Milliarden Euro. Das haben Hochrechnungen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ergeben.
Vor diesem Hintergrund hat die Fachgruppe Fabrikatshandel im ZDK als Zusammenschluss der Fabrikatshändlervereinigungen erneut auf die existenziell bedrohliche Lage im Autohandel hingewiesen. Sie drängt auf eine schnelle Entscheidung der Politik für eine Kaufprämie, die auf jeden Fall Neufahrzeuge und junge Gebrauchte mit umweltfreundlichen Verbrennungsmotoren der aktuellsten Schadstoffnormen einbeziehen muss. Die momentane Hängepartie verschlechtere zusehends die Lage im Handel. Und auch die Verbraucher wollten jetzt Klarheit. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte angekündigt, dass bis Anfang Juni über eine Kaufprämie entschieden werden soll. Als Sprecher des Fabrikatshandels betonte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn die hohe Bedeutung des Automobilhandels für die gesamte Prozesskette der Automobilwirtschaft mit ihren rund 1,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Wenn die Fahrzeuge beim Handel nicht abflössen, könne auch die Fertigung der Neufahrzeuge nicht wieder richtig in Gang kommen. Das hätte einen negativen Einfluss auf die deutsche Schlüsselindustrie und würde den dringend benötigten Neustart der Gesamtwirtschaft massiv behindern.
(111-70/Steffen Kraus)