Autokäufer verschieben Anschaffung
Auch wenn sich Auto-Interessenten einen kompletten Online-Kauf vorstellen können, ist für eine Mehrheit jedoch eine Probefahrt unumgänglich. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Puls hervor, die sich mit dem Verhalten potenzieller Autokäufer in der Corona-Krise beschäftigt. Demnach können sich 57 Prozent zwar vorstellen, ein Auto online zu kaufen – jedoch nur, wenn sie es vorher probefahren können.
Die Ausgangsbeschränkungen führen zudem dazu, dass Online-Kontaktpunkte wie Autoportale, Hersteller- und Händlerwebsites, aber auch Online-Bewertungen und soziale Netzwerke signifikant an Bedeutung gewinnen. Verkäufer sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie auf Kunden träfen, die durch intensive Vorinformationen im Netz besser informiert seien als je zuvor.
Die Schnellen schlagen die Langsamen
Die durch die Corona-Krise vorangetriebene Digitalisierung der Verkaufsprozesse werde laut Puls zu einem weiteren Selektionsprozess im Automobilhandel führen, bei dem nicht unbedingt die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen schlagen.
Auswirkungen zeigen sich auch auf die Kaufentscheidung. So verschieben 49 Prozent ihre geplante Autoanschaffung, 28 Prozent wollen diese aber unmittelbar nachholen. Gleichzeitig zeigen 85 Prozent der Neuwagen-Interessenten Verständnis für Lieferverzögerungen durch die Corona-Krise.
Nachdem der stationäre Autohandel seit 20. April 2020 wieder möglich ist, dürfen wir gespannt sein, ob sich die von Puls festgestellten Tendenzen verfestigen. Die vermehrte Nutzung von Onlinemöglichkeiten durch Kunden ist allerdings Realität und Kfz-Betriebe sind gut beraten, nicht nur auf den Kundenkontakt vor Ort zu setzen, sondern alle Kanäle zur Kundengewinnung und -haltung zu verwenden.
(677-40/Steffen Kraus)