Das baden-württembergische Handwerk scheint über eine recht robuste Gesundheit zu verfügen: Der Krankenstand bei den hiesigen Handwerkern lag 2019 bei 4,8 Prozent – gleich hoch wie im Jahr davor und deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt (5,4 Prozent). Das zeigt die aktuelle Auswertung der IKK classic. Dabei war fast die Hälfte der Handwerker, nämlich 48,5 Prozent, kein einziges Mal krankgeschrieben. Auch in Sachen psychische Erkrankungen schneidet das Handwerk im Land vergleichsweise gut ab: 12,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage gehen auf sie zurück (13,4 Prozent bundesweit). Ein Wermutstropfen: Krankheiten des Muskel und Skelettsystems liegen mit 35,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt des Handwerks (34,4 Prozent).
Im Durchschnitt waren Handwerker Im Land demnach im vergangenen Jahr 17,4 Tage krankgeschrieben, deutlich kürzer als die Gesamtheit der bundesdeutschen Handwerker (19,6 Tage); die durchschnittliche Falldauer lag bei 14,8 Tagen (gesamt: 15,4 Tage).
Betrachtet man das Krankheitsgeschehen des baden-württembergischen Handwerks im Verlauf der vergangenen fünf Jahre, so lassen sich – bei ähnlichen Gesamt-Krankenstandswerten – zwei interessante Entwicklungen beobachten: Zum Einen nahm die Gesundheitsquote, das heißt die Zahl derer, die im jeweiligen Jahresverlauf nie krankgeschrieben waren, kontinuierlich zu, nämlich von 40,2 Prozent im Jahr 2015 bis auf die schon genannten 48,5 Prozent im vergangenen Jahr. Parallel dazu verlief zum Anderen die Kurve, die den Anteil von Langzeiterkrankungen an der Gesamtzahl der Krankheitstage anzeigt: Sie stieg von 47,3 Prozent in 2015 auf 52,8 Prozent in 2019.
„Beide Phänomene lassen sich zumindest zum Teil auf ein weiteres Kontinuum der letzten fünf Jahre zurückführen“, erläutert Rainer Beckert, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Baden-Württemberg: „Seit 2015 sind die Handwerker im Land im Durchschnitt um mehr als anderthalb Jahre älter geworden. Das Durchschnittsalter ist in dieser Zeit von 41,5 Jahren auf 43,1 Jahre gestiegen. Wir wissen, dass jüngere Arbeitnehmer öfter, aber kürzer krankgeschrieben sind als ältere. Ältere sind demgegenüber seltener, aber deutlich länger krankgeschrieben. Insofern passen die Verläufe zusammen.“
Gerade Muskel- und Skeletterkrankungen, die im Handwerk stark vertreten sind, gehören zu den Krankheiten mit langwierigem Verlauf. „Die gute Nachricht ist, dass Präventionsmaßnahmen, wie wir sie mit unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement speziell für das Handwerk und kleine mittelständische Betriebe anbieten, gut gegen diese Erkrankungen helfen“, betont Beckert. Mehr Informationen rund um die Gesundheit im Betrieb gibt es unter http://www.ikk-classic.de/fk/gb. Bis die IKK-Gesundheitsmanager nach dem Abklingen der Corona-Pandemie wieder in die Betriebe kommen können, empfiehlt Beckert, einen der zahlreichen Online-Gesundheitskurse auszuprobieren. Mehr Infos dazu unter http://www.ikk-classic.de .
(LV 148-30/Carsten Beuß)