Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH betrachtet in ihrem monatlichen DAT-Barometer (ehemals DAT Diesel-Barometer) als Schwerpunktthema aktuell die Situation in den Fuhrparks. Basis ist eine Befragung von Fuhrparkleitern und die Auswertung von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).
Hier die Ergebnisse im Überblick:
– Die Marktzahlen sind im März drastisch zurückgegangen: Durch den Lockdown und die damit verbundene gesetzliche Anordnung, den Automobilhandel zu unterbinden, konnten kaum Pkw gehandelt oder zugelassen werden. Das galt für neue und gebrauchte Fahrzeuge gleichermaßen. Im März 2020 wurden somit nur noch 215.119 Pkw neu in Deutschland zugelassen, zehn Prozent weniger als im Vormonat und 38 Prozent weniger als im März 2019. Ähnlich waren die Zahlen auf dem Gebrauchtwagenmarkt: Mit 462.576 Besitzumschreibungen lagen die Zahlen 18 Prozent unter dem Vormonat und 26 Prozent unter dem März 2019. Die für den Autohandel sehr starken Monate März und April blieben somit nahezu aus.
– Gewerbliche Neuzulassungen machen zwei Drittel aller Neuzulassungen aus: Mit Ausnahme des Abwrack-Jahrs 2009 liegen die gewerblichen Neuzulassungen in der Regel deutlich über den privaten – meist im Verhältnis zwei zu eins. Dies war auch im ersten Quartal 2020 der Fall. Betrachtet man alle in Deutschland zugelassenen Pkw zum Stichtag 1. Januar 2020, so machen von 47 Mio. Fahrzeugen alle gewerblichen Halter nur elf Prozent aus. Die große Mehrheit bewegt das Automobil als Privatperson.
– Auswirkungen geschlossener Zulassungsstellen und Autohäuser: Der Lockdown hat für die von der DAT befragten Fuhrparkleiter starke negative Effekte auf die Zulassung und Abholung/Übergabe bereits bestellter Fahrzeuge. Als Alternative würden 76 Prozent der Fuhrparkleiter Vertragsverlängerungen bestehender Fahrzeuge annehmen, 19 Prozent nicht. Als weitere Alternative nutzen 62 Prozent der Befragten eigene Poolfahrzeuge oder Pkw von Autovermietern (46 Prozent). Carsharing-Angebote sehen nur fünf Prozent als Alternative für den Erhalt der Mobilität.
– Der Dieselanteil beträgt 80 Prozent: Bei den Pkw in Firmenfuhrparks dominieren Dieselmodelle nach wie vor mit 80 Prozent. Benziner kommen auf 16 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr konnten diese um vier Prozentpunkte zulegen. Alternative Antriebe blieben bei einem Anteil von vier Prozent.
– Plug-In-Hybride beliebter als batterieelektrischen Pkw: Fahrzeuge mit alternativen Antriebsarten sind in Firmenfuhrparks erst in geringen Stückzahlen vertreten. Die größte Gruppe bilden mit 49 Prozent die Plug-In-Hybride. 37 Prozent entfallen auf rein batterieelektrische Pkw.
– Plug-In-Hybriden werden möglicherweise atypisch genutzt: Den Fuhrparkleitern wurde folgende Frage gestellt: „Glauben Sie, dass Plug-In-Hybride ausschließlich als Verbrenner gefahren d.h. nicht extern an einer Ladesäule und/oder zuhause aufgeladen werden?“ 47 Prozent und damit knapp die Hälfte der Fuhrparkleiter kann sich das vorstellen.
– Steuerliche Vorteile sind der Haupt-Anschaffungsgrund für Pkw mit alternativen Antriebsarten: 56 Prozent der Fuhrparkleiter gaben an, dass Pkw mit alternativen Antrieben vor allem wegen der steuerlichen Rahmenbedingungen in Erwägung gezogen werden. Auch in der Initiative der Dienstwagenberechtigten selbst sehen über 50 Prozent einen Grund.
Die ausführliche Darstellung der einzelnen Themen finden Sie auf https://barometer.dat.de/.
(633-00/Steffen Kraus)