Das Bundesarbeitsgericht (BAG, Az.: 10 AZR 617/17) hat zur Frage, ab wann Teilzeitbeschäftigte Mehrarbeitszuschläge verlangen können, sinngemäß folgendes entschieden:

Eine Regelung in einem Tarifvertrag kann im Einklang mit § 4 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz dahin auszulegen sein, dass Mehrarbeitszuschläge bei Teilzeitbeschäftigten auch dann vom Arbeitgeber geschuldet werden, wenn die geleistete Arbeitszeit zwar über die Teilzeitquote hinausgeht, die Arbeitszeit für eine Vollzeittätigkeit jedoch nicht überschreitet.

Fazit:

Der 10. Senat des BAG hat seine Rechtsansicht geändert und entschieden, dass auch bei Mehrarbeitszuschlägen ein Benachteiligungsverbot von Teilzeitbeschäftigten gegenüber Vollzeitbeschäftigten besteht. In der Vergangenheit hatte das BAG noch generell vertreten, dass Mehrarbeitszuschläge für Teilzeitbeschäftigte erst dann anfallen, wenn deren gewöhnliche Arbeitszeit die Arbeitsstunden von Vollzeitbeschäftigten überschreitet. Nunmehr ist das BAG aber der Auffassung, dass eine tarifliche Regelung zu Mehrarbeitszuschlägen dann nicht mehr vereinbart werden kann, wenn sie Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte unterschiedlich behandelt.

Allerdings dürften sich die Auswirkungen der Entscheidung nicht nur auf tarifliche Mehrarbeitszuschläge erstrecken, sondern müssen auch für betriebliche oder arbeitsvertragliche Ansprüche gelten. Arbeitgeber sollten vor diesem Hintergrund prüfen, ob sie ihre Auszahlungspraxis bei Mehrarbeitszuschlägen an Teilzeitbeschäftigte anpassen müssen.