Mit der generellen Endrohmessung in Verbindung mit angepassten Abgasgrenzwerten und einer OBD-Prüfung lässt sich laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sehr wohl feststellen, ob das Abgasreinigungssystem an Kraftfahrzeugen den gültigen Vorschriften entspricht. Das gilt auch für fehlerhafte bzw. minderwertige Abgasreinigungssysteme (z. B. Partikelfilter, Austauschkatalysatoren).

Die Abgasuntersuchung (AU) hat die Aufgabe, Kraftfahrzeuge (Otto, Diesel) mit besonders hohen Emissionen einfach, schnell und für den Autofahrer kostengünstig aufzudecken. Bei abweichenden Werten wird das Abgasreinigungssystem durch die Kfz-Meisterbetriebe wieder in Stand gesetzt. Mit der umgehenden Behebung der abgasrelevanten Mängel werden die Umweltbelastungen und Gesundheitsgefährdungen beseitigt und damit der vorschriftsmäßige Zustand des Kraftfahrzeugs wieder hergestellt.

Bevor weitere Abgasvorschriften im Rahmen der Abgasuntersuchung betrachtet werden können, wie z. B. eine Stickoxid-Messung, müssen zunächst sowohl ein praxisorientiertes und reproduzierbares Messverfahren als auch ein entsprechender Grenzwert festgelegt werden. Der ZDK hält in Ergänzung zu der heutigen Endrohrmessung eine zusätzliche Stickoxid-Messung für sinnvoll, um zum einen die Einhaltung der vorgeschriebenen Schadstoffemissionen auch für Stickoxide an Kraftfahrzeugen (Otto, Diesel) über die gesamte Nutzungsdauer sicherzustellen und zum anderen frühzeitig Defekte und Manipulationen an Abgasreinigungssystemen, wie z.B. Manipulation am SCR-System oder Einbau minderwertiger Austauschkatalysatoren, konsequenter feststellen zu können.

Neben der heutigen Endrohrmessung für alle Kraftfahrzeuge (Pkw, Nutzfahrzeuge) in Verbindung mit den verschärften Grenzwerten für Euro 6-/VI-Fahrzeuge (Otto, Diesel) sowie einer ab 1. Januar 2021 gesetzlich festgelegten Überprüfung der Partikelanzahl (PN-Messung) wäre die Integration eines generellen NOx-Prüfverfahrens (Messung/Beurteilung) für alle Kraftfahrzeuge ab der Abgasstufe Euro 6/VI (Otto, Diesel) im Rahmen der Abgasuntersuchung ein weiteres Ziel zur Modernisierung der heutigen Vorschriften zur Durchführung einer Abgasuntersuchung.

Mit seinen über 36.000 anerkannten AU-Betrieben sorgt das Kfz-Gewerbe für die flächendeckende Umsetzung dieser modernisierten Abgasuntersuchung.

Im Jahr 2017 haben die anerkannten AU-Betriebe über 12,36 Millionen Abgasuntersuchungen durchgeführt. Das geht aus der AU-Mängelstatistik des ZDK für das Jahr 2017 hervor. Die Ergebnisse zeigen, dass bei mehr als 750.000 Kraftfahrzeugen (Pkw, Nutzfahrzeuge (AU) und Krafträder (AUK)) Mängel festgestellt wurden. Dies entspricht einer durchschnittlichen Mängelquote von 6,1 Prozent.

Die Gesamtzahl der erfassten AU-/AUK-Mängel beträgt über 1,23 Millionen. Von den statistisch erfassten Mängelfahrzeugen konnten mehr als 445.000 Fahrzeuge bei einer Wartung/Inspektion oder einer Reparatur instand gesetzt und auf das zulässige Emissionsniveau zurückgeführt werden.

Mit der jährlichen Mängelstatistik wird der Nutzen einer Abgasuntersuchung an Pkw bzw. Nutzfahrzeugen sowie an Krafträdern regelmäßig belegt. Die AU dient dem aktiven Umweltschutz, um Kraftfahrzeuge mit besonders hohen Emissionen (Gross Polluter) einfach und kostengünstig detektieren zu können, und gibt insbesondere den Autofahrern damit ein Stück mehr Sicherheit.

(065-05/Bernd Schalud)